Die Ausbildung zum/zur Tischler(in)

Die Berufsbildenden Schulen Technik unterhalten eine der größten Holzabteilungen Niedersachsens. In Cloppenburg schließen jedes Jahr etwa 50 bis 60 Tischler und Tischlerinnen ihre Ausbildung erfolgreich als Tischlergeselle oder Tischlergesellin ab. Insgesamt werden am Lankumer Feldweg jährlich etwa 200 angehende Tischler beschult. Die Ausbildungdauer beträgt in der Regel 3 Jahre. 

Die Ausbildung in Niedersachsen ist in die Grundstufe (Berufsgrundbildungsjahr BGJ) und die Fachstufe (Fachstufe 1 = 2. Lehrjahr und Fachstufe 2= 3. Lehrjahr) gegliedert.

Das 2. Ausbildungsjahr der Tischler (Fachstufe 1)

Die praktische Ausbildung in den Betrieben richtet sich nach den vorhandenen und abzuarbeitenden Aufträgen, mit der eine Tischlerei Geld verdienen muss. Nur wenige Betriebe stellen noch vom Möbel über Treppen bis zum Fenster alles her, was das Tischlerhandwerk bietet. An einem Tag in der Woche gehen die Azubis für 6 bis 8 Schulstunden wieder in die Berufsschule. Im zweiten Ausbildungsjahr steht der Möbelbau im Vordergrund. Ein Drittel des 2. Ausbildungsjahres beschäftigt sich mit Möbeln aus Vollholz (Brettbau-, Rahmenbau- und Stollenbauweise). Der Schwerpunkt liegt aber bei der heute üblichen "Plattenbauweise", bei der die Möbel aus Spanplatten und anderen "Plattenwerkstoffen" hergestellt werden. Bis zum Ende des 2. Ausbildungsjahres wird die Zwischenprüfung (ein Tag Theorie, ein Tag Praxis) durchgeführt. 

Das 3. Ausbildungsjahr zum Tischler (Fachstufe 2)

Im dritten Jahr steht, neben der Konstruktion von Einbauschränken, Wand- und Deckenverkleidungen, die Herstellung von Fenstern, Haustüren, Zimmertüren und Treppen auf dem Lehrplan. 

Die Tischlerausbildung wird mit der Gesellenprüfung im Sommer abgeschlossen. In Cloppenburg müssen alle Auszubildenden in einer Woche den gleichen Schrank (= "Gesellenstück") unter Aufsicht anfertigen. Vorher wird an einem ganzen Tag die theoretische Prüfung abgelegt. Und nun "die Sache mit der Maus".

Auch in den Tischlereien ist ein Technikwandel hin zum Einsatz von mehr computergesteuerten Maschinen erkennbar. Der Kostendruck zwingt die Firmen zu Rationalisierungen. Der Einsatz von Personalcomputern im Büro (und der Werkstatt) wird mittlerweise so selbstverständlich , wie der Einsatz eines Taschenrechners.

Die Computersteuerung der Tischlereimaschinen beginnt nicht erst bei "großen" CNC- Bearbeitungszentren für den Zuschnitt von Möbeleinzelteilen, sondern fängt schon zum Beispiel bei der "normalen" Fräse an. 

Unsere Berufsschule bemüht sich diese modernen Fertigungsverfahren auch im Unterricht zu lehren, was einen ständigen Wandel, auch in Unterrichtskonzepten und -methoden, voraussetzt.